Der Kreuzweg in Sankt Katharina Stadt Blankenberg

Am Mittag des 20. Februar 1983 steht die Pfarrkirche in hellen Flammen. In dem Feuer werden alle brennbaren Gebäudeteile zerstört, an der Ausstattung entstehen unersetzliche Schäden.

Unmittelbar nach Beseitigung der Schuttmassen beginnt der Wiederuafbau, so dass die Pfarrkirche schon am 22. November 1987 wieder der Gemeinde übergeben werden konnte.

Im Jahr 1990 erteilt der Kirchenvorstand dem Hennefer Bildhauer Manfred Saul den Auftrag, einen Kreuzweg für die Pfarrkirche zu schaffen; bis auf die letzten beiden Stationen orientiert sich der Künstler an den üblichen Szenen eines Kreuzweges. Indem der Künstler die Grablegung auf die Station 13 vorzieht, erhält er die Möglichkeit, die Szenenfolge mit der Auferstehung abzuschließen. Er verleiht seinem Kreuzweg, der in dreizehn Schritten das Kreuz als Zeichen des Leidens hervorhebt, eine offenere Deutung: das Leiden und der Tod sind durch den Auferstandenen überwunden.

 

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 1

Station I - Jesus wird zum Tode verurteilt.

Nach seiner Verhaftung wird Jesus Christus zum römischen Statthalter Pontius Pilatus gebracht. Die Hohenpriester und Ältesten werfen ihm vor, dass er sich selbst König der Juden nennt, und der Statthalter soll ein Urteil sprechen. Aufgrund eines Traums, den seine Frau in der Nacht zuvor hatte, glaubt Pilatus nicht an Jesu Schuld. Vor dem Pessachfests darf der Statthalter einen Gefangenen begnadigen und er fragt die Menge, die sich vor ihm versammelt hat, wen er freilassen soll, Jesus oder Barabbas. Die von den Hohenpriestern und Ältesten aufgestachelten Menschen verlangen die Freilassung von Barabbas und die Kreuzigung Jesu. Pilatus spricht das Todesurteil über Jesus und lässt sich eine Schüssel Wasser bringen, um vor allen Menschen seine Hände reinzuwaschen.

 

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 2

Station II - Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Jesus Christus wird den Soldaten übergeben. Sie ziehen ihm die Kleider aus, legen ihm einen purpurroten Mantel um und setzen ihm eine Dornenkrone auf. Die Soldaten verhöhnen, bespucken und schlagen Jesus. Nachdem sie ihn verspottet haben, ziehen sie ihm seine Kleider wieder an. Dann wird er hinausgeführt und muss das Kreuz selbst zum Hügel Golgotha tragen.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 3

Station III - Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Die Soldaten treiben Jesus durch die Straßen Jerusalems und unter der Last des schweren Holzkreuzes bricht er zusammen. Jedoch zwingen ihn die Soldaten zum Weitergehen.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 4

Station IV - Jesus begehnet seiner Mutter

Unter den vielen Menschen, die am Straßenrand stehen und dabei zuschauen, wie Jesus Christus unter großen Schmerzen das Kreuz zur Hinrichtungsstätte trägt, ist auch seine Mutter Maria. Die Nähe und Liebe seiner Mutter gibt Jesus die Kraft und den Mut, den schweren Weg weiterzugehen.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 5

Station V - Simon hilft Jesus das Kreuz tragen

Jesus wird immer schwächer und kann das Kreuz kaum mehr tragen. Da befehlen die Soldaten dem Bauern Simon von Zyrene das Kreuz zu tragen.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 6

Station VI - Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

In der Menschenmenge am Wegesrand steht auch Veronika, eine junge Frau und Jüngerin Jesu. Sie sieht, wie sehr er leidet und überlegt, wie sie ihm helfen kann. Damit Jesus sich das Blut, den Schweiß und Dreck aus dem Gesicht wischen kann, reicht Veronika ihm ein Tuch. Jesus nimmt es dankbar und drückt sein Gesicht in den Stoff.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 7

Station VII - Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Der Weg nach Golgotha scheint kein Ende zu nehmen. Viele Schaulustige beobachten Jesus, der jetzt so gar nicht mehr wie ein König aussieht, aber keiner hilft ihm. Das Kreuz ist einfach zu schwer und er stürzt zum zweiten Mal.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 8

Station VIII - Jesus begegnet den weinenden Frauen

Jesus Christus sieht in der Menge eine Gruppe Frauen, die über seinen bevorstehenden Tod und das Leid, das er ertragen muss, weinen, denn sie wissen, dass Jesus immer gut zu den Menschen war. Jesus bleibt stehen und sagt zu ihnen: „Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht um mich; weint über euch und eure Kinder! Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?“.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 9

Station IX - Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Jesu Kraft ist endgültig zu Ende. Er kann nicht mehr und bricht ohnmächtig zusammen. Wie viel einfacher wäre es, einfach liegen zu bleiben und auf den Tod zu warten. Aber Jesus will das Werk vollenden, das sein himmlischer Vater für ihn vorgesehen hat, und schleppt sich und das Kreuz weiter.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 10

Station X - Jesus wird seiner Kleider beraubt

Als Jesus endlich auf dem Berg Golgotha ankommt, nehmen ihm die Soldaten seine Kleider ab. Sie geben ihm mit Galle vermischten Wein, den Jesus aber nicht trinkt. Die Soldaten nageln Jesus ans Kreuz und teilen dann seine Kleider unter sich auf.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 11

Station XI - Jesus wird ans Kreuz genagelt

Mit Jesus werden auch zwei Verbrecher gekreuzigt, ihre Kreuze stehen zu beiden Seiten Jesu. Die Soldaten und die Menschenmenge verhöhnen und beschimpfen Jesus. Doch Jesus Christus betet für sie und bittet Gott um Vergebung: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 12

Station XII - Jesus stirbt am Kreuz

Als Jesus am Kreuz hängt, verdunkelt sich der Himmel von der sechsten bis zur neunten Stunde. Dann ruft er laut: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“. Einer der Soldaten reicht Jesus einen mit Essigwasser getränkten Schwamm. Mit einem lauten Schrei stirbt Jesus Christus und haucht seinen Geist aus. Da reißt der Vorhang im Tempel in der Mitte entzwei und die Erde bebt. Der Hauptmann und die Soldaten, die Jesus bewachen, erschrecken und sagen: „Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!“

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 13

Station XIII - Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

Josef hüllt den Leichnam in ein sauberes Leinentuch, legt ihn in ein neues Felsengrab und schiebt einen großen Stein davor. Maria Magdalena und Maria, die Mutter Jesu, beobachten, wohin Josef den Leichnam bringt.

Am Tag danach kommen die Hohenpriester und Pharisäer zu Pilatus und fordern Wachen für Jesu Grab. Sie erinnern an die Prophezeiung, dass Jesus nach drei Tagen auferstehen wird. Das Grab wird versiegelt und die Wächter davor postiert.

Der Kreuzweg in Sankt Katharina - Station 14

Station XIV - Jesus ist aus dem Grab auferstanden