Wenn wir am 8. September das Fest Mariä Geburt feiern, assoziieren wir zuerst die Gottesmutter in der Wiege. Wir freuen uns über den Beginn dieser Heilsgeschichte. Doch kein Mensch beginnt allein. Jedes Leben hat eine Vorgeschichte, Wurzeln und eine Familie. In der Darstellung der „Anna selbdritt“ – der heiligen Anna, ihrer Tochter Maria und dem Enkelkind Jesus – wird diese generationsübergreifende Verbindung auf wunderbare Weise sichtbar.
Drei Generationen: das mittelhochdeutsche Wort „selbdritt“ bedeutet schlicht „zu dritt“. Auf den klassischen Gemälden und Skulpturen sehen wir die Großmutter Anna, die oft schützend oder thronend im Hintergrund steht, die junge Mutter Maria und das Jesuskind. Im Kapitelsaal am Kreuzgang der Bonner Münsterkirche steht eine solche aus Holz geschnitzte Figur eines unbekannten Künstlers aus dem 15./16. Jahrhundert.











