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Pfarrnachrichten des Seelsorgebereichs Hennef-Ost
IDENTITY: Persönliches und Persönlichkeiten

Liebe Leserinnen und Leser,
seit Anfang März laden wir bis zum 21.03.2026 wieder in Liebfrauen zu einer Erlebnis- und Mitmachausstellung ein: „IDENTITY: Persönliches und Persönlichkeiten“. Identität ist ein zentrales Thema unseres Menschseins: Wer bin ich und was macht mich aus? Mit welchen Talenten und Interessen kann ich mich einbringen und was ist eher nicht meins? Selbstverständnis und Selbstwirksamkeit sind Säulen unserer Persönlichkeit und unseres Lebens. Im Weiteren werden in der Ausstellung sechs Heilige mit ihrem Leben skizziert und die besondere Facette „gottgefälligen Lebens“ in den Mittelpunkt gestellt. Sie bieten uns Anregungen und können uns Vorbild sein.
Am 19. März ist der Gedenktag des Heiligen Josefs. In der Ausstellung ist er nicht zu finden, dieser Mann aus Nazareth. Im Neuen Testament finden wir ihn als den Verlobten und späteren Ehemann Marias, der Mutter Jesu. Als Zimmermann / Bauhandwerker ist er in Judäa tätig. Die Wurzeln seiner Familie liegen in Bethlehem. Sein Stammbaum geht zurück auf das Geschlecht des israelitischen Königs David. Das Evangelium nennt ihn einen gerechten Mann. Er folgt streng den jüdischen Gesetzen. Diese sind seine Lebensorientierung. Mit Marias (für ihn nicht transparenten) Schwangerschaft konfrontiert, beschließt er, sie unauffällig aus der Verlobung zu entbinden. Konkrete Gotteserfahrungen und -weisung erträumt er. Im Traum erkennt er den Auftrag, Maria als Mutter des Gottessohnes zu Seite zu stehen, die Aufforderung wegen der Lebensbedrohung des neugeborenen Jesus zur notwenigen Flucht nach Ägypten und schließlich später die Nachricht zur Rückkehr nach Nazareth. Josef war bei Weitem aber nicht nur ein Träumer. Er nimmt seine Rolle als Stiefvater von Jesus ernst und unterstützt Maria vollumfänglich in ihrer Bestimmung als Mutter Gottes. Gottes Weisungen vertrauend setzt er diese pragmatisch um und scheute keinen Weg. Kein persönliches Wort ist von ihm überliefert. Nach dem Evangelium des 12-jährigen Jesus im Tempel (Lk 2,41ff) verliert sich seine Spur. Zur Zeit des öffentlichen Auftretens Jesu hat er vermutlich nicht mehr gelebt. Außerbiblische Quellen belegen die Annahme, dass Josef zur Zeit seiner Eheschließung mit Maria älter und schon Witwer war. So verstarb er vor Jesu Taufe im Jordan, die den Beginn des öffentlichen Wirkens markiert.
Der Heilige Josef findet erst spät im 9. Jhd. Anerkennung in der Kirche. Im 17. Jhd. wird er zum Schutzpatron der Sterbenden. Darstellungen des sterbenden Josefs mit Maria und Jesus entstehen. Mit dem Wandel zur industriellen Gesellschaft im 19. und 20. Jhd. wird er offiziell zum Schutzheiligen für die ganze Kirche und für die Arbeiter. In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts bestimmt ihn Papst Johannes XXIII. neben der Gottesmutter Maria zum Schutzpatron des Zweiten Vatikanischen Konzils und 2021 ruft Papst Franziskus ein „Jahr des Heiligen Josefs“ aus:
Dem Behüter des Erlösers, Diener Christi, Helfer in Schwierigkeiten, Patron der Bedrängten und der Armen.
In Demut und Einfachheit, im Gehorsam, ganz authentisch und fleißig dient der heilige Josef Jesus mit seiner Mutter Maria. All seine Tugenden und Talente bringt er selbstverständlich ein. Sehr sympathisch und nachahmenswert, oder?
Eure / Ihre Alexandra Scho, Gemeindereferentin