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Warth:Ostern in Liebfrauen

An Ostern ist in Liebfrauen viel los. Mit dem Gründonnerstag beginnen die drei österlichen Tage, das österliche Triduum. An diesen drei Tagen (Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern) wird in besonderer Weise des Leidens Jesu, seines Todes und seiner Auferstehung gedacht.
Datum:
2. Apr. 2026
Von:
bg

Gründonnerstag

Am Abend des Gründonnerstages wird die Messe vom Letzten Abendmahl gefeiert, das letzte Mahl, das Jesus am Abend vor seinem Tode mit seinen Jüngern feierte.

In den drei Evangelien der Synoptiker (Matthäus, Markus, Lukas) wird dieses Mahl als Paschamahl am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote beschrieben, das alle gläubigen Juden als Gedächtnis an den Auszug aus Ägypten nach dem Gesetz feiern sollten. Auf diesen Zusammenhang verweist die erste Lesung der Messe aus dem Buch Exodus (Ex 12, 1-8.11-14).

Im Rahmen dieses Paschamahles sprach Jesus über Brot und Wein Dankgebete und reichte beides seinen Jüngern mit dem Hinweis, dass dies sein Leib und sein Blut sei, und forderte sie auf, dies immer wieder zu seinem Gedächtnis zu tun. Auf dieses kostbare Vermächtnis der Eucharistie nimmt die zweite Lesung aus dem ersten Korintherbrief Bezug (1 Kor 11,23-26).

Johannes in seinem Evangelium erwähnt in seinem Bericht vom Paschamahl nicht  die Einsetzung der Eucharistie, sondern er spricht von der Fußwaschung (Joh 13, 1-15). Die Berichte über die Einsetzung der Eucharistie und die Fußwaschung sind keine Widersprüche, da beides zwei Aspekte der unendlichen dienenden und sich hingebenden Liebe Jesu sind. Und so fordert Jesus nach der Fußwaschung die Jünger auf, einander Gleiches zu tun und seinem Beispiel zu folgen.

Nach dem Gloria verstummen die Glocken bis zur Osternacht, die Schellen der Meßdiener werden durch Holzklappern ersetzt.

Vor der Gabenbereitung findet in zahlreichen Gemeinden eine Fußwaschung statt, bei der der Priester Gemeindemitgliedern die Füße wäscht. In diesem Jahr fiel die Fußwaschung in Liebfrauen leider aus.

Am Ende der Messe werden die konsekrierten Hostien in feierlicher Prozession zum  Seitenaltar gebracht, wo sie vielerorts für die Kommunionfeier am Karfreitag aufbewahrt werden, der Schlußsegen entfällt im Hinblick auf die bevorstehende Verhaftung und Passion Jesu.

Der Hauptaltar wird anschließend vollständig entblößt. Dieses stellt symbolisch die Entäußerung Jesu dar. In zahlreichen Gemeinden suchen die Gläubigen nach der Messe vom Letzten Abendmahl den Aufbewahrungsort des eucharistischen Brotes auf und verharren dort in stillem Gebet oder mit meditativen Texten gestaltet in einer sogenannten Ölbergstunde. Diese nimmt Bezug auf das Gebet Jesu im Garten von Gethsemani, während dem er die schlafenden Jünger auffordert, zu wachen und zu beten (Mt 26,40-41). 

Karfreitag

An diesem Tag feiern wir das Leiden und Sterben Christi, das Kreuz Jesu steht ganz im Mittelpunkt. Die Namensgebung Karwoche, Karfreitag und Karsamstag läßt sich auf das althochdeutsche Wort kara, das Trauer und Klage bedeutet, zurückführen.

Die Juden rechneten zur Zeit Jesu die Tageszeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und teilten diese Zeitspanne in 12 „Stunden“ ein. Die Todesstunde Jesu war nach dieser Rechnung die neunte Stunde, nach unserem heutigen Zeitbegriff also um 15 Uhr.

Um diese Uhrzeit versammeln sich die Gemeinden zur Feier vom Leiden und Sterben Christi. Eine Eucharistiefeier findet an diesem Tage nicht statt. Die Karfreitagsliturgie beginnt in aller Stille. Schweigend und betend verharren der Priester und die Messdiener ausgestreckt auf dem Boden liegen, das Gesicht dem Boden zugewandt.
 
Den ersten Teil der Liturgie bildet der Wortgottesdienst. Er beginnt mit der Lesung des vierten Liedes vom Gottesknecht (Jes 52,13-53,12), wird fortgesetzt mit einer Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 4,14-16; 5,7-9). Anschließend wird die Passion nach Johannes vorgetragen (Joh 18,1-19,42). Den Abschluß findet der Wortgottesdienst mit einer Predigt und den Großen Fürbitten für die Anliegen der Kirche und der ganzen Welt.

Als zweiter Teil folgt die feierliche Kreuzverehrung durch alle Teilnehmer des Gottesdienstes.

In drei Schritten wird das verhüllte Kreuz enthüllt mit dem jeweiligen Ruf Ecce lignum crucis, in quo salus mundi pependit (Seht das Holz des Kreuzes, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt.). Die Gemeinde antwortet mit dem Ruf Venite, adoremus (Kommt, lasset uns anbeten.). Nach der Verehrung des Kreuzes wird es auf dem Altar aufgerichtet, erhöht.

Der dritter Teil ist eine Kommunionfeier, bei der nach Gebet des Vaterunser und des Agnus Dei die Kommunion gespendet wird. Das soll verdeutlichen, das Jesus wirklich für uns gestorben ist, wirklich tot war und ins Grab gelegt wurde. Deshalb wird das Kreuz in feierlicher Prozession vor den geöffneten und leeren Tabernakel getragen und dort niedergelegt.

Dies soll symbolisch als Grablegung Jesu verstanden werden.

Der Abschluß der Liturgie erfolgt wiederum durch den Auszug des Priesters und der Messdiener in aller Stille. Wirklich feiern können wir Christen den Karfreitag nur im Wissen um Ostern, im Wissen um die Auferstehung.