Uckerath:28. Bruchhausenwallfahrt: Gebet und Gesang, Begegnung und Gemeinschaft


30 Pilger hatten sich in diesem Jahr angemeldet – zur Freude der Organisatoren darunter auch 14 neue Gesichter. Zu denen zählten auch die 11jährige Hannah, die 9jährige Emma und die 8jährige Greta – Nachwuchs, über den sich alle freuten! Eine Pilgerin hätte es nicht treffender formulieren können: „Die Mädchen laufen ja das doppelte an Schritten im Vergleich zu uns Erwachsenen!“
Nicht nur die Pilgerschar war früh aufgestanden, auch Diakon Matthias Linse. Gerne kam er von Happerschoß nach Uckerath und spendete mit herzlichen Worten den Pilgersegen. Vor der Kirche schnell noch ein Foto und kurz nach halb neun zog der Pilgertrupp von dannen.
In Eudenbach warteten bereits weitere Pilger darauf, sich der Wallfahrt anzuschließen. Gemeinsam wurde Agape gefeiert. Die anschließende Rast wurde genutzt, um auf zwei Jubiläen aufmerksam zu machen. Änni Sasse war in diesem Jahr zum 25. Mal dabei – nicht nur als Fußpilgerin hat sie die Wallfahrt über viele Jahre begleitet, es war ihr auch stets ein großes Anliegen, zur Agape in der Eudenbacher Kirche mit Brot und Trauben beizutragen – und anschließend ein Pilgerwasser auszuschenken. Ebenfalls 25 Mal hat der 29jährige Philip Ditscheid teilgenommen. Seit er Mitglied im Blasorchester Uckerath ist, begleitet er die Pilger an den Stationen Hanf, Schnepperoth und Eudenbach mit seinem Trompetenspiel.
Als Egon Ditscheid um 11.30 Uhr zum Aufbruch mahnte, kehrte wieder die fürs Pilgern nötige Ruhe ein. Die Gespräche verstummten und das Rosenkranzgebet wurde wieder aufgenommen. Über Feld und Wald ging es über die Stationen Wülscheid und Dachsberg weiter zur Mittagsrast in Rottbitze. An den Pilgerstationen standen wie immer die Sakramente im Mittelpunkt: Innehalten, Bibelstellen hören, eigene Gedanken sammeln, beten und singen. Immer wieder beeindruckend, welche „Stimmgewalt“ die Uckerather Fußwallfahrer mit ihren Gebeten und Gesängen zustande bringen. Fest im Griff hatten alle den Rosenkranz, der unterwegs natürlich gebetet wurde.
Am Nachmittag bewölkte sich der Himmel – darüber war niemand böse. Auch der Wind, der angenehm kühl um die Pilgernasen wehte, wurde dankbar angenommen. So empfanden die meisten auch den Anstieg von Schweifeld über die Kreuzeiche bis zum Auge Gottes als halbwegs erträglich. Die anschließende Bergab-Etappe nach Bruchhausen wurde ebenfalls von allen gut gemeistert.
Kurz nach sechs Uhr zog die Pilgerschar „Ein Haus voll Glorie“ singend in die Bruchhausener Kirche ein. Wer wollte, konnte eine persönliche Fürbitte aussprechen. Danach wurde noch schnell ein Kerzchen angezündet, bevor es zur wohlverdienten Stärkung in den Winzerkeller ging.
Dort hatten drei gute Feen bereits das Abendbrot vorbereitet. Was gibt es Schöneres, als sich nach einem langen Fußmarsch an einen gedeckten Tisch zu setzen? Kaffee, Brötchen und Nussecken schmeckten herrlich – und Gesprächsstoff gab es nach diesem ereignisreichen Tag noch reichlich.
Und es wurde auch noch einmal in die Statistik gespinkst. Marianne Ersfeld und Margret Pleitner waren beide zum zehnten Mal dabei. Birgit Schumacher zog mit Änni Sasse und Philip Ditscheid gleich – auch ihr wurde zur 25. Teilnahme gratuliert. Sie trägt stets Sorge für die Bewirtung der Pilger im Winzerkeller in Bruchhausen, kauft ein, schmiert Brötchen, deckt den Tisch. Und das mit ganz viel Herzblut.
Doch damit war der Tag noch nicht zu Ende. Die Pilgerinnen und Pilger waren im Anschluss vor Ort zum Festgottesdienst eingeladen. Für die Bruchhausener war es dieses Jahr etwas besonderes. Stolz waren sie an dem Abend auf ihre frisch sanierte Marienwallfahrtskirche St. Johannes Baptist. An Pfingsten feierte man nach Abschluss der Sanierungsarbeiten die Wiedereröffnung, nun stand mit der Festmesse am Hochfest Maria Himmelfahrt sowie der dazugehörigen Lichterprozession das nächste große Ereignis an. Für die noch vor Ort verbliebenen Uckerather Fußpilger war dies wieder der krönende Abschluss eines mit vielen Eindrücken gespickten Wallfahrtstages.
Tage wie diese können nur dann reibungslos funktionieren, wenn ein Rädchen ins andere greift. Herzlichen Dank sagt das Wallfahrtsteam an die Unterstützung aus unserem heimischen Pfarrbüro durch Ivonne Bartsch, an die Pfarrgemeinden Eudenbach und Bruchhausen, deren Verantwortlichen sich wieder auf die Pilger gefreut und sie herzlich willkommen geheißen haben, Wolfgang und Elisabeth Velten für den Küsterdienst, Diakon Matthias Linse für den Pilgersegen, Änni Sasse sowie Steffi und Anne Höhner für den Eudenbach-Empfang, Philip Ditscheid für seine tolle Trompetenbegleitung, Elke Ditscheid für den schönen Kreuz-Blumenschmuck, Angelika Fujan für wohlschmeckende Nuss- und Mandelecken, den Schumacher-Töchtern Lisa und Antonia, die ihre Mutter Birgit bei der Vorbereitung des Abendessens in Bruchhausen unterstützt haben, allen, die den Dienst des Vorbetens übernommen haben, Familienmitgliedern für Fahrdienste – und natürlich dem Herrgott, dass alle Pilgerinnen und Pilger gesund und munter am Ziel der Wallfahrt angekommen sind. Nächstes Jahr sehen sich hoffentlich alle wieder.
Elke Lichtenberg