Kirche vor Ort

Eine Übersicht über alle Angebote in und um St. Remigius mit St. Mariä Himmelfahrt herum finden Sie in "Kirche vor Ort", dem Mitteilungsblatt unseres Ortsausschusses, das alle zwei bis drei Monate herausgegeben wird.

Aktuelles

Neues im
Dokumentencenter: Der aktuelleTerminplan 2018
Unter Kirche-vor-Ort finden Sie die aktuelle Ausgabe für April  und Mai 2018.

Termine in St. Remigius und im Seelsorgebereich (übergreifend)

Tägliches Glockengeläut
20.03.2020 - um 19:30 Uhr
Eddi Hüneke und Willibert Pauels mit ihrem Programm "Was uns trägt"
03.05.2020 - 18 Uhr, Pfarrkirche Liebfrauen
Kompassionsfest in Bödingen
08.05.2020 - 9:30 Uhr Prozession mit Gnadenbild
Pilgerwanderung zur Schmerzhaften Mutter in Marienstatt
21.05.2020 - Titel: "Du bist immer da"
Bibliodrama-Nachmittag mit Pater Thomas Heck
23.05.2020 - 14-19 Uhr, Pfarrheim Liebfrauen, Hennef-Warth
Wallfahrtsmesse der kfd
28.05.2020 - 15 Uhr, Bödingen
Jugendgottesdienst
31.05.2020 - 19 Uhr, Liebfrauen, Warth
Firmwochenende
05.06.2020 - bis 07.06. in Vallendar
Seelsorgebereichsgottesdienst 2020
14.06.2020 - 11 Uhr, Pützemichplatz, Hennef-Happerschoß
Motorrad-Wallfahrt
27.06.2020 - Beginn: 8:30 Uhr
Jugendferienlager 2020 - Segeln in Holland
29.06.2020 - für Jugendliche ab 15 Jahren
Kinderferienlager 2020 in Dänemark
24.07.2020 - für Kinder von 10 bis 15 Jahren
Jugendferienlager nach Wien
11.10.2020 - für Jugendliche ab 16 Jahren

Aktion Nachbar

Bedürftige aufnehmen, Fremde Willkommen heißen

Seit nun mehr als zwei Jahren sind wir aktiv: wir begleiten die Flüchtlinge im Pfarrhaus von St. Remigius in Happerschoß.

 

Im November 2015 rief der Kirchenvorstand spontan zur Mithilfe auf: innerhalb von drei Tagen wurden von der Stadt Flüchtlinge der großen Wohnung im Obergeschoss des alten Pfarrhauses zugewiesen.

Zunächst galt es sich zu organisieren: eine Webadresse einrichten und einen Helferverteiler aufbauen, um schnell die wichtigsten Dinge zu regeln. Wir sammelten Winterkleidung, Haushaltsgegenstände und Möbel und nach und nach konnten wir die im Pfarrhaus lebenden Familien mit allem Notwendigen versorgen. Wir sammelten Spenden um wichtige Dinge zu kaufen.

Die Familien haben sich eingerichtet: eine Familie wohnt inzwischen im Dorf, eine andere ist nach Söven gezogen. Die Familie aus Syrien, die zuerst ankam, ist weiterhin bei uns. Nachdem alle Kinder in Kindergarten und Schulen  untergebracht waren, wollen vor allem die Kinder nicht mehr weg. Das Dorf ist zum Schutzraum geworden, den man nicht so schnell wieder verlassen will. Auch für eine weitere albanische Familie die im Erdgeschoss des Pfarrhauses lebt.

Neben der aktiven Hilfe in den Familien haben wir ein Sprachangebot im Familienzentrum aufgebaut und Helfer für Sprachförderung in der Schule des St. Ansgar gesucht. Auch  über unseren Verteiler haben sich dort Helfer gefunden, die regelmäßig unbegleitete Jugendliche in unserer Sprache fördern.

Wie sieht der Alltag in der Flüchtlingshilfe nach nunmehr zwei Jahren aus? Es hat sich vieles verändert: nicht mehr Ersthilfe in Form von Kleider- und Möbelspenden ist zu leisten, sondern Begleitung im Alltag: Gespräche bei Behörden, Erklärung von Bescheiden, Begleitung bei Schulgesprächen für die Kinder, Begleitung von Arztbesuchen.

Die Ersthilfe (angedacht für „wenige Wochen“) ist eine langfristige Begleitung geworden. Auch wenn sich nach und nach die Sprachkenntnisse verbessern bleibt unser Behördendeutsch sehr lange eine große Herausforderung.

Dazu kommen dann nun  - je nach Ausbildungs- und Anerkennungsstand - Qualifizierungsmaßnahmen und Eingliederung in den Arbeitsalltag.

 

Nun erhalten wir weitere Hilfsanfragen: Können wir auch über das Pfarrhaus hinaus Familien, die ins Dorf gezogen sind, unterstützen?

Die Wahrnehmung der Dorfbewohner mag sein, dass wir das bereits tun. Aber tatsächlich sind mehrere Flüchtlingsfamilien bei uns angekommen, die direkt in privaten Wohnraum gezogen sind. Zu diesen Familien ist unser Kontakt noch spärlich. Manchmal werden wir - auch über das Sprachlernangebot im Familienzentrum - angefragt. Mit dem derzeitigen Kernteam können wir jedoch keine weiteren Familien begleiten.

Daher unser Anfrage an Sie: möchten Sie aktiv in der Begleitung der Flüchtlingsfamilien mithelfen und sich direkt einer Familien zuwenden?

Es liegt immer an jedem Einzelnen, was er zu geben bereit ist.

Wir  - alles selber ehrenamtlich Aktive ohne spezielle Ausbildung - treffen uns regelmäßig zum Austausch. Ebenso informieren  wir alle Helfer über Informationsveranstaltungen und Kurse zum Thema.

 

Warum helfen wir?

Die Menschen die zu uns kommen, kommen aus der Not: vielfach aus Kriegs- in jedem Fall aber aus Krisengebieten.  Die Heimat zu verlassen, erst recht als Familie - ist eine schwere Entscheidung, die nur aus großer Verzweiflung getroffen wird.

Wir kennen selber diese Verzweiflung in unserem Leben zum Glück nicht mehr, fühlen uns aber umso mehr verpflichtet, anderen Menschen in Not zu helfen.

Entstanden ist die Aktionsgemeinschaft durch die Vermietung des Wohnraumes im Pfarrhaus unserer katholischen Gemeinde. Helfer sind aber überkonfessionell: meist aus stark geprägtem christlichen Glauben, oft aus humanem Verständnis und Mitgefühl gegenüber Notleidenden.

 

Was wird in nächster Zeit auf uns zukommen?

Das wissen wir nicht.

Mit den derzeit hier lebenden Flüchtlingen wollen wir weitere Schritte gehen: sie bei der Fortbildung und Integration unterstützen.

Manches Mal stehen wir auch Anfragen der Menschen in unserem Dorf gegenüber: wenn z. B. etwas nicht „klappt“ oder Zugezogene in ihrem Verhalten einfach anders sind als wir, heißt es schon mal: „das müsst ihr denen aber mal beibringen, die müssen jetzt aber mal verstehen, wie das hier so läuft und sich auch entsprechend verhalten.“

Ein Leben lang eingeübte Verhaltensweisen kann niemand mit einer Reise übers Mittelmeer ablegen. Es bedarf sicher einer langjährigen Eingewöhnungszeit - für die Erwachsenen ist es viel schwerer als für die Kinder. Kinder lernen von anderen Kindern in Familienzentrum und Schule. Kinder können andere Familien zu Hause besuchen und sehen, wie diese dort leben. Für die Eltern ist ein Kontakt zu „uns“ viel schwerer. Bis heute liegt der Schwerpunkt im Dorf auf den Kontakten zu den direkten Helfern.

 

Also gerne: unterstützen Sie uns mit Ihrer aktiven Hilfe für weitere Familien sowie mit Ihrem Wohlwollen für die betroffenen Familien. „Anders sein“ als wir kann eine große Bereicherung sein. Gehen Sie ins Gespräch und erfahren Sie mehr.

 

Für die aktion-nachbar@happerschoss.net

Dorothea Bröhl (per Email sowie Tel. 02242/6762)